Wie genießt man Schokolade am besten?

Wie genießt man Schokolade am besten?

Die Kunst des Schokoladentastings: Ein Leitfaden für Einsteiger:innen

Ja, man kann Schokolade tatsächlich falsch essen. Wir erklären euch heute, wie ihr die komplexen Geschmacksprofile, Nuancen und Aromen feiner Schokolade richtig wahrnimmt.

Soll Schokolade in den Kühlschrank?

Definitiv nein! Schokolade wird am besten bei 19 Grad gelagert. Damit die Kakaobutter nicht zu weich wird und unschöne Flecken hinterlässt, sollten Temperaturschwankungen zudem vermieden werden.

Bild: Schokolade im Kühlschrank? Lieber nicht!

Wie bewahrt man offene Schokolade auf?

Am besten direkt vernaschen! Wenn aber doch mal was übrig bleibt, sollte Schokolade nicht in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln aufbewahrt werden. Diese können den Geschmack der Süßigkeit nämlich negativ beeinflussen.

Ähnlich wie Wein: Eine feine Nase beweisen

Die Sinne des Sehens und Riechens sind beim Schokoladenverzehr nicht zu vernachlässigen – und das sogar bevor genüsslich in die Schokolade gebissen wird! Auch wenn es schwerfällt: Sich die Zeit zu nehmen, die Schokolade zu betrachten und den Duft wahrzunehmen, lässt Vorfreude aufkommen und bereitet optimal auf das Geschmackserlebnis vor.

Bild: Es gibt über 800 verschiedene Aromen in Schokolade 

Profi-Tipp an alle Hobby-Bäcker:innen: Schokolade richtig schmelzen

Auch wenn es in den meisten Rezepten anders angegeben ist: Man sollte die Schokolade nicht über einem Wasserbad schmelzen. Denn auf diese Weise könnte sich Kondenswasser mit der Schokolade vermischen. Besser ist es, sie in einer hitzebeständigen Schüssel in der Mikrowelle schmelzen zu lassen und anschließend mit der Verarbeitung fortzufahren.

Wie viel Schokolade am Tag sind gesund?

Ein tägliches Tasting klingt verführerisch – we know! Die empfohlene Portion an Schokolade pro Tag liegt aber bei etwa 30 Gramm. Auch hier gilt: Je dunkler die Sorte, desto besser! Der Verzehr von dunkler Schokolade kann sich dann positiv auf die Gesundheit auswirken. So soll sie Blutdruck senken und durch anregende Stoffe wie Theobromin, Koffein und Phenylethylamin sogar gegen Depression (und Liebeskummer) helfen. Theophyllin stimuliert darüber hinaus Kreislauf und Nerven.

Professionelles Schokoladentasting zuhause? Gewusst wie!

Nachdem wir nun die Basics des Schokoladen-Genießens kennengelernt haben, möchten wir euch in die Welt des professionellen Schokoladentastings für Zuhause entführen. Dazu haben wir unsere Friends von Theyo gefragt, wie das perfekte Setting aussehen sollte. Theyo, ein Schoko-Start-up aus Berlin, organisiert Schoko-Tasting-Teamevents als achtsame Genussreise und ist dementsprechend ein absoluter Profi in diesem Bereich. Hier sind ihre Top 4 Tipps:

Tipp 1: Weniger ist mehr

Wählt bewusst nur eine kleine Menge an Schokoladen aus. Maximal sollten fünf verschiedene Schokoladenkreationen gekostet werden. Besonders spannend: Nehmt auch Schokolade aus dem Supermarkt dazu, um die Unterschiede zu schmecken! Dabei macht es besonders Sinn, verschiedene feine Schokoladen mit unterschiedlichen Geschmacksprofilen auszusuchen. So könnt ihr zum Beispiel Schokolade mit fruchtigen, nussigen oder erdigen Aromen wählen, um die Vielfalt der Geschmacksunterschiede besonders intensiv zu erleben.

Bild: Schokolade hat mehr Aromen als Wein

Tipp 2: Mehr ist mehr

Beim Kakaogehalt darf es tatsächlich mehr sein. Mindestens 70% sind empfehlenswert, da hier das Verhältnis zum Zuckergehalt optimal ist, um die Aromen zu schmecken. Außerdem ist es besser, Schokoladen mit demselben Kakaoanteil zu probieren, anstatt sie zu mischen.

Tipp 3: Vorbereitung ist alles

Bevor euer Tasting startet, gibt es ein paar Dinge, um die ihr euch rechtzeitig kümmern solltet: - Schokolade vor dem Frühstück? Klingt komisch, macht aber durchaus Sinn. Denn ungetrübte Geschmacksnerven beeinflussen den süßen Genuss positiv. Alternativ ist es sinnvoll, zumindest keine stark würzigen oder intensiven Speisen oder Getränke (wie bspw. Kaffee) vor dem Tasting zu konsumieren. - Bringt die Schokolade auf Zimmertemperatur, um einen idealen Schmelz beim Probieren zu gewährleisten. - Entfernt die Verpackungen, um die Tester:innen dadurch nicht zu beeinflussen. - Zerbricht oder zerschneidet die Schokolade in ca. 5 g Stücke. - Bereitet für alle Teilnehmer:innen Stift und Zettel vor. - Wasser in Zimmertemperatur neutralisiert die Geschmacksnerven – mit ein paar Tropfen Apfelessig sogar noch mehr. Alternativ könnt ihr auch Wein auswählen, Theyo hat hier einen Pairing Guide.

Bild: Das Auge isst mit – Beim Schokoladentasting kommen alle Sinne zum Einsatz

Tipp 4: Genuss steht an erster Stelle

Wir finden: Achtsamer Konsum wird einer Schokolade mehr als gerecht. Schließlich steckt einiges an Arbeit in diesem Produkt – vor allem, wenn sie fair, Bio und / oder sogar handgefertigt ist.

Hier einige nützliche Infos für euer Tasting:

Auch eure Umgebung beeinflusst euch! Schafft also eine ruhige Atmosphäre – ganz ohne Smartphone oder Ablenkung.

Eine glatte und glänzende Oberfläche sind Qualitätsmerkmale. Blasen, andersfarbige Wirbel, helle oder brüchige Ablagerungen hingegen sind Zeichen für schlechtes Temperieren oder die falsche Lagerung.

Und selbst der Gehörsinn sollte beim Schokoladengenuss nicht zu kurz kommen: Ein hörbares Knacken steht tatsächlich für eine hochqualitative Schokolade.

Hat eine Schokolade keinen Geruch oder riecht nach Industriefett, wurden minderwertige Zutaten verwendet. Eine gute Schokolade verrät bereits durch das Riechen, welche Aromen zu schmecken sind und sogar woher die Kakaobohnen stammen. Bohnen aus Madagaskar oder Vietnam riechen bspw. nach roten Früchten! Mach’s wie die Profis: Formt eine ‘Geruchshöhle’ mit euren Händen, wodurch die Schokolade leicht schmilzt – was wiederum Aromen freisetzt.

Bild: Einflussfaktoren auf das Schokoladenaroma (Quelle: Theyo)

Bei diesem Prozess erkennt ihr ggf. auch, welche Fette in der Schokolade enthalten sind. Während qualitativ hochwertige Schokolade reich an Kakaobutter ist, wird diese in billigen Produkten oft durch günstige Fette ersetzt – die beim Schmelzen jedoch bröseln oder klumpen.

Dass die Schokolade nun bereits angeschmolzen ist, ist die perfekte Voraussetzung für das Tasting: Denn Schokolade solltet ihr nicht kauen! Um die feinen Aromen nacheinander zu identifizieren, einfach auf die Zunge legen und schmelzen lassen.

Ausspucken? Im Gegensatz zu Wein ist das bei Schokolade nicht notwendig.

Ganz schön viele Regeln und Infos? Natürlich steht der Spaß beim Schokoladentasting an erster Stelle. Also los geht’s: 3, 2, 1 – genießen! Achja, besonders cool: Aromarad und Tastingsheet gibt’s bei Theyo, ebenso die Anleitung zu einer Schokomeditation.

Über Theyo

Theyo möchte Menschen dazu inspirieren, Schokolade bewusst zu genießen. Gerechtigkeit Nachhaltigkeit und Solidarität stehen dabei im Fokus. Im Onlineshop werden nicht nur leckerste Schokoladenprodukte verkauft, sondern auch Schokoladentastings angeboten.


Bild: Co-Founderin Madita, Choco-Co-Creator Ngoc An, Choco-Creative Coco und Co-Founder Moritz (von links nach rechts)

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